Splitski maraton – Pozdrav Hrvatska

Schöne Dinge soll man wiederholen. Und so kam es, dass ich nach Malta 2018 mal wieder zeitgleich mit dem BCH-Laufteam aus Darmstadt bei einer Auslandslaufveranstaltung unterwegs war. Etwas über 20 Personen (Läufer und Supporter) waren diesmal beim Split Marathon dabei und erlebten schon im Vorfeld zu der Anreise allerhand.

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was verzählen…

Fast 250 Jahre alt, aber immer noch aktuell ist diese allbekannte Zeile aus Urians Reise um die Welt von Matthias Claudius.

Doch vernachlässigen wir die Strapazen beim Abflug, Umleitung auf einen anderen Flughafen, Weiterfahrt mit dem Bus ganz einfach und widmen uns direkt dem eigentlichen Thema meines Blogs.

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Beim Hinflug ging es über die Heimat. Wer erkennt es?

Es ging also in die Republika Hrvatska. Split ist die zweitgrößte Stadt Kroatiens und liegt in Dalmatien, wunderschön an der Adria gelegen. Der Dioklecijanova palača (Diokletianpalast) bildet die Alt- bzw. Innenstadt und wurde im Jahre 1979 durch die UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Das Bauwerk wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und den jeweiligen kulturellen Anforderungen angepasst. Die Südseite des Komplexes grenzt heute an die Stadtpromenade Riva, an welcher der Start-/Zielbereich des Marathons liegt. Auch das gebuchte Hotel ist in die Südmauern integriert.

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Stadtpromenade „Riva“ mit Hotel (Mitte)
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Wetter gut, alles gut

Der Split polumaraton wurde in diesem Jahr bereits zum 20. Mal ausgerichtet. Hier traten dann auch die Darmstädter Läufer an. Gemeinsam mit Gerald hatte ich mich aber für die Erstaustragung auf der Marathondistanz entschieden und angemeldet.

Die Abholung der Unterlagen am Vortag fand gemeinsam mit einer Expo im Športski centar Gripe im gleichnamigen Stadtteil statt. Für die doch sehr günstige Anmeldegebühr hatte sich der Veranstalter einiges einfallen lassen. So beinhaltete das Marathon-Starterpaket eine Sporttasche mit Handtuch, ein Laufshirt, Pastaparty und Gutscheine für kostenlose Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel (was man aber eigentlich nicht braucht), reduzierten Eintritt in ausgewählten Museen und Nachlass bei verschiedenen Restaurants. Aber auch die Version in der Halbdistanz konnte sich sehen lassen. Das findet man selten.

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Das ist mal ein Starterpaket

Gegen 8.45 Uhr am Sonntag füllten sich dann die Startblöcke sehr zügig und die seit einiger Zeit sehr wuselige Menge schob sich Richtung Aufstellung. Gerald war aber der Meinung, er könne noch mal schnell ins Hotel gehen, um die defekte Laufuhr auf Werkseinstellungen zurückzusetzen. Pünktlich zum Beginn war er aber wieder da und schaffte es auch an den alten Platz an meiner Seite. Das ist der Vorteil, wenn die Unterkunft nur 2 Minuten vom Start weg ist. Leider bekam er den Zeitmesser nicht mehr rechtzeitig hin und so konnten wir nur über meine Uhr laufen.

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Die Altstadt
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Blick zum Startbereich

Nach dem Startschuss setzten sich die Halb- und Marathonläufer in Bewegung und es zeichnete sich am Anfang schon ein sehr wirres Durcheinander ab. Ursprünglich waren die Läufer nach Leistungsklasse eingeteilt. Doch nicht jeder gehörte (gefühlt) an den Platz, an dem er sich gerade befand. Aber gut, das hat man ja öfter. Konnte man noch davon ausgehen, dass in Block A die schnellen Läufer unterwegs sind, reihten sich Freizeitläufer, Rollstuhl-Duos usw. „gemütlich“ in Block B ein. Dementsprechend ging es nach Rennbegin im zick-zack durch die Altstadt, vorbei an der fast 10m hohen Bronzestatue des Gregor von Nin. Vermutlich blieb hier der ein oder andere Läufer schon stehen, um die linke große Zehe des Denkmals zu reiben und sich eine gute Laufzeit zu wünschen. Das Gros der 2.500 Starter setzte jedenfalls unbeirrt den Weg in den Osten der Stadt weiter und als uns noch vor der ersten Wende schon relativ bald die schnellsten Halbmarathon-Läufer entgegenkamen, zog sich auch das Feld spätestens bei der Trennung von 21/42 km Strecke endgültig auseinander.

Bei Kilometer 6 teilten sich die Wege und die Marathonstrecke führte zuerst bergab Richtung Solin, bevor es kurz vorher nach Vranjic ging, einem kleinen Dorf, idyllisch auf einer Halbinsel gelegen. Der „Ehrenrunde“ folgend ging die Strecke bergauf zurück auf den Halbmatahonkurs und danach durch Vojna luka Lora, den Militärhafen Lora. Für mich kam dann das eigentliche Highlight des Marathon, es ging auf einer Runde durch das Stadion Poljud, der Heimspielstätte des Hrvatski nogometni klub Hajduk Split. Die 1979 eröffnete Sportstätte erinnert mit ihrer Dachkonstruktion an die geöffnete Form einer Muschel.

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Stadion Poljud
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Lora

Die Einfahrt zum knapp 1km langen Marjan-Tunnel wurde danach links liegen gelassen und es ging einmal um die Halbinsel um den Park Šuma Marjan, den Waldpark, in welchem sich der Vrh Marjana – Telegrin, ein Aussichtspunkt, befindet. Kurz später passierte man bei Kilometer 31 erneut die Stadtpromenade Riva, auf welcher die bereits ins Ziel einlaufenden Halbmarathonis frenetisch gefeiert wurden. Doch auch die Marathonläufer bekamen, wie bereits auf dem ersten Teil der Strecke, immer wieder aufmunternde Wort und Anfeuerungen zugerufen.

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30 Kilometer geschafft

Vorbei an Fährhafen, Bus- und Bahnhof ging es nun 5 Kilometer entlang der Küste an den südöstlichen Wendepunkt der Strecke bei Žnjan. Die Strecke führte über eine kurze Sandpassage und den ein oder anderen kleinen Anstieg. Auch hier gab es Unterstützung durch eine Band und Cheerleader. Schöne Abwechslung und man hatte immer was zu beobachten.

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Nach der Wende ging dann die Rechnerei los. Vor dem Start hatten Gerald und ich uns auf eine 3:45 Stunden als Endzeit geeinigt, der Pacemaker mit Ballon kam uns kurz darauf entgegen und wir hatten etwas Puffer. Dennoch nutzen wir die letzten beiden Verpflegungspunkte ohne Hast und liefen gemeinsam zurück in die Altstadt. Als „Belohnung“ gab es dann auch noch mal ein Abschnitt Kopfsteinpflaster, bevor es kurz vor Kilometer 42 mit Blick aufs Meer auf die letzten Meter ging. Einmal noch links abbiegen und gemeinsam überquerten wir nach 3:44:11 Stunden die Ziellinie als 3. deutsche Läufer. Ja, es waren noch mehr dort 😉

In Summe bedeutet dies für mich Gesamtplatz 193 (von 591) und 44. von 106 in der M40. Kann man doch ganz zufrieden sein.

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Nach einer ausgiebigen Dusche im Hotel ging es dann erneut zurück an die Promenade, um von einem der zahlreichen Caffee-Bars den Blick auf die Läufer zu werfen, welche sich mit Krücken, im Rollstuhl oder auch aufgrund von körperlichen Einschränkungen weit über 4 1/2 Stunden ihren persönlichen Traum vom Marathon erfüllten. Vielleicht auch mit Unterstützung des Gregor von Nin.

Bevor am nächsten Tag der Rückflug anstand, zog es uns nochmals auf den Aussichtspunkt am Marjan. Und auch wenn die vielen vielen Stufen hinauf doch etwas anstrengend waren, so wurde man mit einem fantastischen Rundumblick auf die Otok Čiovo, sowie die Inseln Šolta und Brač mehr als entschädigt.

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