23. Handicaplauf in Leipzig

Nachdem ich es urlaubsbedingt im letzten Jahr nicht geschafft hatte, nutzte ich nun am vorletzten Märzwochenende die Chance auf einen Start beim Leipziger Handicaplauf.

Frühmorgens am 24.03.18 ging es also mit dem Auto über den Main-Taunus-Kreis, wo ich als Begleitung Karolina, eine langjährige Freundin, aufsammelte. Nach knappen viereinhalb Stunden Fahrt ging es dann auf eine kulturelle Entdeckung in jener Stadt, wo vor einigen vielen Jahren ein Frankfurter Student sein Jurastudium begann, es aber nicht zu einem akademischen Abschluss brachte.

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J. W. v. G.

Doch nicht nur Johann Wolfgang von Goethe war hier präsent. Exakt 45 Jahre später standen sich in der dreitägigen Völkerschlacht hunderttausende Soldaten aus über einem Dutzend Völkern in der größten Schlacht des 19. Jahrhunderts gegenüber. Am Ende stand ein Sieg der verbündeten Heere und der Rückzug von Napoleons Truppen, die französische Herrschaft in Deutschland brach zusammen und die europäischen Machtverhältnisse wurden auf dem Wiener Kongress neu geordnet.

Das Völkerschlachtdenkmal, welches zu einem der größten Denkmäler Europas zählt, wurde in Erinnerung an diese Schlacht errichtet. Dies wollten wir uns natürlich ansehen und starteten mit dem Aufstieg auf die Plattform des 91m hohen Monuments. Entschädigt wurde man für die 500 Stufen mit einem wunderbaren Ausblick auf Leipzig. Einem kleinen Innenstadtbummel folgte dann die Vorbereitung auf den folgenden Lauftag.

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Völkerschlachtdenkmal
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Krypta mit Totenwächtern
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Ruhmeshalle
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Blickrichtung N/O
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Blick gen Osten

Am Sonntag ging es dann um neun Uhr auf den Weg ins Rosental, wo der 23. Handicaplauf ausgetragen wurde. Der Lauf wurde mir bereits im Januar 2016 auf Madeira wärmstens von Christian und Angela empfohlen. Sie waren damals die erste Bekanntschaft, welche ich bei meinem Dutzend HM machen durfte. Christian ist überdies der Organisator der Veranstaltung und ich war froh, beide nach dieser Zeit mal wieder zu sehen. Erfreulich war auch das Kennenlernen von Tochter Grit, welche, aus England angereist, gleich einen Job als Streckenposten ergattern konnte.

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Mit Christian

Doch nun zum Lauf und dem eigentlichen Handicap. Mancher der mich kennt wird nun sagen, die Beeinträchtigung ist der Dialekt (für welche Seite auch immer), aber es ist dann doch etwas komplexer. Die Laufstrecke ist für alle gleich, es geht auf 3 Runden insgesamt 15 Kilometer durch den Wald. Im Vorfeld der Veranstaltung wird nun jeder Teilnehmer gewogen und gemessen. Daraus ergibt sich, durch eine höchst geheime Formel berechnet, der Startplatz. Das Handicap liegt bei sehr jung, sehr groß, sehr dünn und männlich. Eigentlich klasse Voraussetzungen für mich, dem war dann aber doch nicht so und ich durfte mit meinen 6x,x kg und 1,7x m als 87. von 98 Teilnehmern auf die Verfolgung gehen. Gestartet wird nämlich nacheinander in der durch die Umrechnungsformel ergebenen Reihenfolge. Nachdem die erste Starterin um elf Uhr auf die Strecke ging, hatte ich noch 27:34 Minuten Zeit, bis auch für mich der Startpfiff erfolgte.

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13 Sekunden Vorsprung für den Vordermann

Nun ging es bei strahlendem Sonnenschein und Plusgraden auf die Strecke, welche stellenweise doch ungewohnt matschig war. Doch spätestens in der 2. Runde hatte man es verinnerlicht und spulte Kilometer um Kilometer ab. Anfangs direkt von den starken nach-mir-Startern kassiert, wurden aber doch noch – wie von Christian prognostiziert – einige Läufer überholt. Mit etwas müden Beinen von Fahrt und Treppensteigen kam ich dann nach 1:40:34 (gesamt) und 1:13:00 (netto) im Ziel an und hatte am Ende doch noch 20 Plätze gut gemacht. Mit Platz 67 bin ich auch zufrieden.

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1. Runde
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2. Runde
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Kurz vor dem Ziel

Direkt danach gab es die berühmte Handicap-Tasse, auf welcher die persönlich erlaufene Platzierung steht. Eine tolle Idee und ein schönes Andenken an eine besondere Laufveranstaltung. Gewonnen hat übrigens auch nicht der/die Schnellste, sondern derjenige, der nach 15 Kilometern die Ziellinie als Erster überquert. Das Sieger-Treppchen war an diesem Tag komplett in Frauenhand.

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Zufrieden!?
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Platz 67

Leider gibt es diesen Lauf nun nicht mehr, es war die letzte Ausgabe unter Leitung der Sportfreunde von der SG Olympia 1896 Leipzig. Eigentlich schade, denn für mich ist es ein sehr interessantes Format, auf welches man aufbauen kann. Aber es ist leider wie überall. Wenn der Nachwuchs fehlt und die vielen Helfer doch nicht mehr so viele sind, dann muss man sich Gedanken machen. Vielleicht kann sich dem ja auch ein anderer Verein in Kooperation annehmen, ich drücke dem Event an sich die Daumen. Eventuell wäre das ja auch was für hier… ich überlege mal 😉

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