Malta Marathon 2018

Mittlerweile bin ich ja schon gerne Wiederholungstäter und mache Läufe zum zweiten Mal mit. So war es dann auch im Februar, denn wie bereits 2016 stand der Malta Marathon auf dem Programm. Entscheidende Veränderung, diesmal sollten es die komplette Distanz mit 42,195 km werden.

Eine Begleitung war auch schnell gefunden. Wenn es Richtung Malta und Nachbarinseln geht, dann ist meine betreuende Physio Bea besser als jeder Marco-Polo-Insidertipp. Und als weiteren Pluspunkt hatte ich im physio-energetischen Bereich auch eine hervorragende Ansprechpartnerin an meiner Seite.

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Die Vorbereitung auf den Marathon verlief normal, zufällig lernte ich ein paar Läufer vom BCH aus Darmstadt kennen, welche mit über 30 Leuten dann auch in Malta vor Ort sein würden. Allesamt gingen sie über die HM-Distanz, teilweise zum ersten Mal überhaupt, an den Start. Doch dies tat dem Kennenlernen und gemeinsamen Laufen keinen Abbruch. Meine langen Läufe konnte ich dann sogar damit verbinden, dass ich erst mit der Gruppe ein Stück durch den Darmstadt/Pfungstädter Wald streifte, ehe es mich dann in großem Bogen Richtung Heimat zog. Vielen Dank an dieser Stelle allen Mitläufern und der Fahrgemeinschaft, es war immer sehr unterhaltsam.

So kamen die letzten Tage vor dem Event immer näher, aber ich war im Soll und somit konnte die letzten beiden Wochen eigentlich nichts passieren. Das war der Plan, doch leider machte mir die Grippewelle dann einen Strich durch selbigen. Zwei Wochen ohne Lauf, dazu nicht wirklich fit und gesundheitlich angeschlagen, machten wir uns Freitag nachmittags am 23.02.18 dann auf den Weg zum Flieger. Eine Entscheidung, ob ein Start am Sonntag möglich ist, wollte ich mir noch offen halten. Es schwankte, mehrmals, doch die („Un-“)Vernunft siegte letztendlich 😉

Nach der späten Ankunft folgte der Transfer zum Hotel, hierbei lernten wir Klaus-Peter kennen, der ebenfalls den Marathon laufen wollte. Als alter Hase mit über 600 U/M-Läufen war er aber zum ersten Mal auf Malta.

Der Samstag wurde dann dazu genutzt, mit der Fähre auf die Insel Għawdex (Gozo) überzusetzen. Bea zeigte mir dort ein paar schöne Punkte, allesamt wunderbar mit den öffentlichen Bussen ab Mġarr (ausgesprochen: Mdschar) zu erreichen. Beeindruckt hat mich an den Haltestellen, dass wenn mehr Leute anstehen, als Plätze im Bus sind, einfach der nächste verfügbare Bus schnellstmöglich beigefahren wird und anstelle geplanter Route „301“ auf ungeplant „314“ umgestellt wird. Toller Service und die Preise sind auch sehr human. So erkundeten wir also die Insel mit dem Bus und konnten auch die berühmte Zitadelle ansehen, welche weithin sichtbar von fast allen Stellen des Eilands aus zu sehen ist und in Rabat (Victoria), der Hauptstadt, steht. Oben angekommen hat man einen einzigartigen 360° Blick. Das Azure Window, ein Felsentor an der Küste bei San Lawrenz, welches ich mir gerne schon 2016 angesehen hätte, ist leider im Jahr 2017 eingestürzt und musste von der Sightseeing-Liste genommen werden. Aber auch sonst macht Gozo einiges her, hat schöne Stellen und eine interessante Geschichte. Nach der Rückreise mit Fähre und Linienbus ging es dann noch eine Kleinigkeit essen und der Abend wurde ruhig ausklingen lassen.

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Blick über Gozo

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Die Cittadella
Wie schon oft zitiert: Sunday is runday. Und da war er auch schon, der Wecker um 4:30 Uhr. Und was soll ich sagen, die Entscheidung war noch nicht getroffen. Aber dies gab sich relativ schnell, nach einem kurzen Frühstück ging es um 6:00 Uhr per Transfer zum Start. Und die Vorfreude auf den Lauf kam dann auch noch relativ schnell dazu.

Nachdem wir dann also in Mdina abgesetzt wurden hatten wir anfänglich noch genügend Zeit zum Plauschen. Klaus-Peter erzählte von einigen Läufen und dann ging es doch ruck-zuck. 3-2-1 – nicht meins, aber los. Start pünktlich um 7:30 Uhr. Ein paar wenige Regentropfen begleiteten uns ebenfalls. Doch es war nicht weiter schlimm, denn es lief. Auf leicht geändertet Streckenführung gegenüber dem HM zog sich das Feld in einem langen Bogen um die frühere Hauptstadt Maltas, bevor es über mehrere Schleifen 2x am Stadion vorbei ging. Für mich war das nicht optimal gelöst, da sich Läufer, Autos und Busse (inkl. Gegenverkehr) die teils kleinen Straßen teilen mussten. Kam dann noch jemand auf die Idee zu überholen, dann wurde es manchmal schon etwas knapp. Nach 26 km kamen wir zum 2. Mal auf die HM-Strecke, doch diesmal war wesentlich mehr Betrieb. Die Massen strömten vom Berg und es galt gerade bei den Verpflegungspunkten die Augen offenzuhalten, damit man nicht mit wild wechselnden Läufern kollidierte.

Doch das Feld zog sich allmählich auseinander und es gab wieder mehr Platz. Wenig später entdeckte ich Antje ein paar Meter vor mir, aber aufzuschließen war nicht mehr möglich. Peu à peu merkte ich nun, dass die Beine zwar fit waren, sich meine Erkältung aber wohl noch nicht ganz verzogen hatte. Mit nicht mehr enden wollendem Husten angefangen begann auch nun mein Kreislauf zu spinnen. Waren die 33 bisher zurückgelegten Kilometer super, so ging ich gedanklich durch was ich machen würde, sollte es nicht besser werden. So gönnte ich mir am nächsten VP eine kleine Pause und sah zu, dass ich wieder fit werde. Danach immer mal wieder ein Stück rennen-gehen-rennen, so wie es gerade gut war. Da ich nicht wirklich scharf darauf war aus dem Rennen auszusteigen, kam ich mit mir überein, dass ich im Schongang bis ins Ziel mich sprichwörtlich durchschlagen werde. Lieber gemütlich und relativ gesund, statt durchrennen und was verschleppen. Und so machte ich es auch. Ich ließ die vorbeiziehenden Läufer gewähren, hatte nette Unterhaltungen und so doch noch etwas positives an allem.

Bei km 38,5 km kamen dann noch Nadine, Sabrina und Jens vorbei und auch die Paparazzi Angelina, Eva und Sven traf ich auf den letzten Metern noch zu einem kurzen Plausch, bevor es wieder etwas besser laufend Richtung Ziel ging.

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Immer diese gestellten Bilder
Mit 4:07:22 kam ich dann doch tatsächlich in einer Art rennend an. Etwas über der geplanten und trainierten Zeit, aber wenn man bedenkt was die beiden Wochen davor war, dann kann ich mit dem Erreichten doch zufrieden sein. Unter optimalen Bedingungen wäre es anders gelaufen, aber auch hier ergibt sich wieder eine Chance. Gesundheit geht vor, denn es ist für uns alle das höchste Gut. Ich werde es zukünftig wieder mehr im Kopf haben.

Meine Zielzeit bedeutete somit Platz 487 (von 882) und in der M35 Platz 69 (von 98).

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Im Ziel

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Was er wohl denkt?

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Verdient
Normalerweise schreibe ich immer noch von weiteren Mitläufern Zeiten auf. Da es aber dann doch einige waren und ich niemand auf den Schlips treten möchte wenn ich sie oder ihn vergesse, verweise ich auf die offizielle Ergebnislisten. Dafür landen aber die Darmstädter mit einem Bild hier drin 😉

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Team BCH
Zum entspannten Kaffee trafen wir uns dann nachmittags noch mit ein paar Leuten, leider gab es aber dann doch ein paar Ausfälle von Mitläufern zu beklagen. Zum Ausklang ging es dann abends noch mal mit den Lauffreunden und Cheerleadern vom BCH zum Essen und es wurde ein schöner Abschluss, an dem noch einige Freundschaften (auch im fußballerischen Bereich) geknüpft wurden. Am nächsten Tag ging es dann für uns zurück ins kalte Deutschland, im Gepäck den ein oder anderen Plan für einen weiteren gemeinsamen Lauf. Auch Bea hatte es in der „Heimat“ sicherlich wieder gut gefallen, der nächste Urlaub wird nicht lange auf sich warten lassen. Ein Reisetipp ist Gozo jedenfalls, auch mich wird es bestimmt noch einmal dorthin ziehen.

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Das Resümee: So einfach kann es sein, man fliegt so viele Kilometer, nur um festzustellen, dass doch eine passende Laufgemeinschaft gleich um die Ecke ihre Runden dreht. Ich werde sicher noch mal zum Training vorbeischauen.

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