Hopp Schwiiz

‚Im Sommer scheint‘ d’Sonne, im Winter da schneit’s – In der Schweiz, in der Schweiz, in der Schweiz.‘ Diesen alten Klassiker von Vico Torriani hab ich immer im Ohr wenn es in Richtung unseres südlichen Nicht-EU-Nachbarn geht. Ziel des 11. HM meines Projekts war Stein am Rhein, wo der mittlerweile 36. Staaner Stadtlauf ausgetragen wurde.

Und da die Schweiz ja quasi direkt um die Ecke liegt, wurde auch nicht viel vorab geplant. Keine Übernachtung, sondern vielmehr Anreise – Lauf – Abreise. Und so startete ich Sonntag früh um kurz nach 7 Uhr mit dem Auto gen Süden. Begleitet wurde ich diesmal, nach 2 krankheitsbedingten Absagen in der Woche vor dem Lauf, nur noch von Sebastian, mit welchem ich bereits den Lauf im September – außer Konkurrenz, da in Deutschland – gemacht habe.

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Die Jungs in der Schweiz

Treffpunkt war auf halber Strecke an der A81 Höhe Pleidelsheim, von dort aus ging es gemeinsam weiter. Nach knappen 1 3/4 Stunden Fahrt erreichten wir dann die Grenzstation zur Confoederatio Helvetica (lat.). Hiervon kommt übrigens auch das CH als Länderkennzeichen, falls sich das schon mal jemand auf der Autobahn gefragt hat. Schön neutral wie die Schweizer eben sind denken sie auch daran, hier niemand zu bevorteilen.

Doch nicht überall wo Zoll drauf steht ist auch Zoll drin und so passierten wir ohne Halt mit empfohlenen 20 km/h den Grenzbereich. Übrigens ist das fast genau die Geschwindigkeit, welche beim aktuellen Marathon-Weltrekord gelaufen wurde. Der Gute Dennis Kipruto Kimetto war in Berlin im September 2014 allerdings im Schnitt noch etwas flotter (knappe 20,6 km/h) unterwegs.

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Raus aus der EU

Nach weiteren 10 km waren wir dann endlich am Ziel. Stein am Rhein – gelegen auf halber Strecke zwischen Bodensee und Rheinfall in Schaffhausen – hat etwas mehr als 3.300 Einwohner. Im nächsten Jahr kann man hier die erste urkundliche Erwähnung als Stadt vor 750 Jahren feiern, die Besiedlung des Gebiets liegt nachweislich aber im Bereich um 300 n. Chr. Besonders schön anzusehen ist die Altstadt mit seinen farbigen Fassadenmalereien. Diese sind unterschiedlichen Alters und datieren von 1520 bis ca. 1900.

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Altstadt mit bemalten Fassaden
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Lagebesprechung der Helfer am Rathaus

Nachdem wir uns im zentralen Parkhaus einen Platz gesichert hatten, machten wir uns auf den Weg um die Startunterlagen abzuholen. Die Ausgabe der Nummern war auf den ersten Blick etwas ungewohnt, aber man kam gut zurecht. Danach ging es zum Erkunden der anderen Locations und dem Start/Ziel-Bereich am Rathaus. Da auch der Rhein in unmittelbarer Nähe lag, sahen wir uns auch dort noch etwas um, bevor wir uns dann zum Beobachten der Kinderläufe machten.

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Was ein Glück

Sebastian fiel sofort auf, dass die kleinen Läufer auch schon auf alles achten und die Schnürsenkel der meisten Kids gegen ungewolltes Öffnen ‚gesichert‘ waren. Krepp-Klebeband machts möglich. Am Start herrschte reges Treiben, die Kleinen waren aufgeregt und die dazugehörigen Eltern sehr eifrig beim Föteli machen.

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Schön die Schuäbändl abkleben

Dann ging es auch schon fast für uns los. Der HM-Start war für 14.00 Uhr vorgesehen, Sebastian auf dem 1/4 Marathon startete eine Viertelstunde später. Nach einem kleinen 160m-Einlaufen machte ich mich dann zur Startaufstellung und pünktlich ging es auch los.

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Salben für den Ernstfall

Der Wettergott hatte Erbarmen und so war es trocken, aber dennoch etwas frisch. Auch wenn es knappe 7° C auf dem Thermometer waren, es reichte um in lang/kurz zu laufen und letztendlich betrachtet war es auch ausreichend für mich. Mütze, Handschuhe oder lange Hose wären definitiv zu viel gewesen.

Nach dem Start drehten die Halbmarathon- und auch Viertelläufer eine Ehrenrunde durch Stein, ehe es rheinabwärts aufs Land raus ging.

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Da ist er ja…
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Ehrenrunde durch Stein

Vereinzelt standen noch Zuschauer und feuerten an, die meiste Zeit verbrachten die Läufer aber mit sich und ihrem Kampf nach Bestzeiten. So zog sich die Strecke anfangs noch entlang der Landstraße zurück Richtung Grenze, kurz vor Ramsen bog man aber ab und folgte Feld- und Behelfswegen. Einem erneuten Abstecher zum Rhein folgte ab km 15 in einem kleinen Bogen der Weg zurück Richtung Stein. Hier waren auch immer mal wieder Grüppchen, welche klatschten und anfeuerten. Hopp ist schon ein gern genutztes schweizer Wort bei solchen Events. Auf den letzten Kilometern kam ich mit einer netten jungen Schweizerin ins Gespräch, wobei dieses aufrecht zu erhalten mehr als eine Herausforderung war. Das Schweizerdeutsch hat es schon in sich. Zumindest bekam ich ihre Wunschzeit heraus und man traf sich dann fast zeitgleich im Ziel. Mit knappen 7 Minuten war sie auch schneller als geplant. Glückwunsch!

Bereits erwartet wurde ich dort von Sebastian, der seinen Viertel in einer Stunde und ein paar Sekunden hinter sich gebracht hatte. Sichtlich erleichtert – oder sollte ich sagen erschöpft!? – stellte er sich noch einem Nachher-Bild. Die Endzeit bedeutete für ihn Platz 37 der AK und 277 Gesamt.

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Fast zeitgleich im Ziel

Mit meiner Zeit von 1:39:46 war ich letztendlich ganz zufrieden. Schließlich bin ich noch nicht wieder im normalen Laufrhythmus. Somit wurde ich 24. von 43 in der AK30 und 133. von 367 Gesamt.

Noch bevor die Dämmerung hereinbrach machten wir uns dann auch schon auf den Weg und nach fast genau 13 Stunden erreichte ich wieder die Heimat.

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Fazit: Es war ein schöner Lauf, schöne Aussicht und es wird für alle Altersklassen etwas angeboten. Zudem kann man dies in einem Tag ’stemmen‘. Vielen Dank Sebastian für deine Gesellschaft, gerne wieder. Und an meine beiden Kranken – nächstes Mal kommt ihr wieder mit!

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