Laufen im Kochertal

Damit die Zeit zwischen zwei Auslandsläufen nicht so langweilig ist, habe ich mich frühzeitig für einen Lauf in erfahrbarer Nähe zwei Wochen nach Norwegen entschieden. Die Wahl fiel, nachdem mir mein Kumpel Sebastian schon mehrfach davon berichtete, auf den 21. ebm-papst-Marathon am 11. September im wunderschönen Niedernhall (Ba-Wü). Und obwohl er schon zig Läufe dort gemacht hatte, wurde bis zuletzt gewartet, ehe die Anmeldung erfolgte. Aber er war dabei 🙂

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Da die Fahrerei über die Autobahn (wegen akuter Staugefahr) nicht so gut zu planen war und sich außerdem eine Abfahrt um 4.00 Uhr mit direktem Lauf und danach wieder zurück nach zu viel Streß anhörte, nutzte ich die Möglichkeit, auf dem Veranstaltungsgelände kostenfrei zu übernachten. Gerne nahm ich dieses Angebot an und reiste daher gemütlich bereits am Samstag Mittag an. Das Wetter war für September ausgesprochen schön und so ging es dann auch nur über Landstraßen in den Hohenlohekreis. Ich Nachhinein betrachtet war einmal quer durch den (Neckar-)Odenwald-Kreis a) kürzer und b) landschaftlich viel reizvoller. Wie geplant erreichte ich dann gegen 15 Uhr Niedernhall und suchte mir einen guten Parkplatz, damit ich am nächsten Tag wieder problemlos nach Hause fahren konnte. Meinen vorab ergoogelten Platz erreichte ich auch knappe 10 Minuten bevor die ersten Walker kamen, denn dieser Lauf fand bereits am Samstag statt. Dies auch auf einer anderen Strecke als der M, HM und 10km am nächsten Tag. Es klappte aber alles sehr gut und die anwesende Polizei gab noch Tipps, welche Strecke ich denn dann wieder nehmen könnte.

Nachdem die Walking-Meute dann an mir vorbeigerauscht war begab ich mich auf die Suche nach dem Veranstaltungsgelände. Nach knappen 500m Laufweg war ich dann auch schon in der Sporthalle, in welcher sich die Marathonmesse und auch das Nachtlager befand. Ebenso wurde mir hier meine Startnummer und ein Shirt ausgehändigt. Nach einem kleinen Schlenker über den Vorplatz mit großem Zelt, mehreren Verkaufsständen, Spieleparadies für Kinder, Klettergerüst etc. verabschiedete ich mich dann zum Fußball schauen. Wobei hier noch Nachholbedarf besteht. Niedernhall ist schön, eine Kneipe mit Bundesliga zu finden glich aber der Suche nach der Heugabel im Misthaufen. Leicht geht anders…

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Wer suchet der findet

Aber eigentlich war ich ja auch nicht zum Fußball schauen unterwegs und so ging es danach zurück in die Halle. Hier richtete ich mein Lager für die Nacht, bereitete die Sachen für Sonntag vor und unterhielt mich mit einigen Läufern über die Strecke etc.

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Mein Nachtlager

Danach verschlug es mich ins Zelt zur obligatorischen Pasta-Party. Das Besondere hierbei ist, dass die Nudeln von der Nudel-Manufaktur Specht aus Orendelsall kommen und nicht die typische Nudel-Massenware aus dem Supermarkt ist. Es hat mir jedenfalls geschmeckt und die Speicher waren für den HM gut gefüllt. Mit Live-Musik klang für mich der Tag relativ früh aus, einige Mitläufer verschlug es erst mitten in der Nacht in ihre Betten.

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Pasta-Party

Am nächsten Morgen folgte dann noch ein Läufer-Frühstück im Zelt, bevor ich mich mit Sebastian und seinem Bekannten Michael traf. Während die Jungs ihre Unterlagen abholten, machte ich mich schon für den Lauf fertig und wir gingen darauf gemeinsam zur Aufstellung. Dann ging es pünktlich um 9.25 Uhr los. Gestartet wurde in Wellen und so reihte ich mich knapp vor der 1:45 in den ersten Block ein. Es war ein gemütliches Laufen und das anfängliche Drängeln bis jeder seine Position gefunden hat fand hier nicht statt.

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Wellen-Start hat auch was

Die Strecke führte uns sodann durch Niedernhall mit seinen kleinen Gassen und wir querten erstmals den Kocher, bevor es dann über die komplett gesperrte Landstraße über Weißbach Richtung Forchtenberg immer entlang des Wassers ging. Nach einem erneuten queren verlief die Strecke etwas abseits und erhöht, bis man in Ernsbach mit Seitenwechsel des Kocher auch die 10km-Marke überschritt. Über Forchtenberg – mit einem letztmaligen Uferwechsel – ging es wieder zurück nach Niedernhall. Kurz nach Kilometer 17 überholte mich noch der führende Marathonläufer. Dieser waren bereits um 8.30 Uhr mit einem kleinen Abstecher in die Weinberge gestartet.

Erfreulich waren auch die vielen Zuschauer an der Strecke, die Musikgruppen, Dudelsackspieler und sonstigen Stimmungsmacher. Sebastian meinte später, dass bei normalen Temperaturen noch mehr los gewesen wäre: aber frühmorgens Richtung 30 Grad und hauptsächlich Streckenverlauf direkt in der Sonne hat den ein oder anderen bestimmt davon abgehalten…

Nochmals kurz zurück zum Grund der Nennung jeder noch so kleinen Ortschaft. Einerseits ist es ein wirklich schönes Tal, dazu kommen die verwinkelten kleinen Gassen mit ihren alten Häusern. Weiterhin der gute Wein, das macht die Region hier aus. Und wenn mal jemand nicht weiß wohin er im (Kurz-)Urlaub fahren soll, das Kochertal ist zu empfehlen. Ebenso für Radtouren, Wandern oder auch mal Wassersport wie Kanu. Es gibt einiges zu sehen, die Menschen sind nett und die Erholung kommt bestimmt nicht zu kurz. Außerdem kann der Tourismus nach den schweren Unwettern vom diesjährigen Mai, bei welchen gleich mehrere Ortschaften – so auch Niedernhall – verwüstet wurden, wieder Einzug halten. Dies so als kleine Erwähnung nebenbei.

Nun aber wieder zu Lauf. Nach knappen 21 km bog man auf die Zielgerade ein, rechts und links vom Zielkanal säumten Zuschauer die Strecke und feuerten an. Einzeln war italienisch u.a. Sprachen zu hören, denn es waren auch die Kollegen aus den Auslandsfilialen des Veranstalters angereist. Ein sehr schönes Firmenevent, welches allgemeinen Anklang fand.

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Die letzten Meter

Im Ziel wurde dann jeder Läufer nochmals namentlich begrüßt und so erreichte ich nach 1:43:48 die Auffrisch-Area mit alkoholfreiem Bier, Obst und was es sonst noch so alles gab. Frisch gestärkt wartete ich auf meine Mitläufer. Michael lief dann mit 2:02:09 ein und Sebastian erreichte inklusive Sohn auf den Schultern nach 2:28:54 das Ziel. Dafür landete er umgehend im aktuellen Film des Veranstalters. Er hat es schon drauf 🙂

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Da konnte er schon fast wieder lachen

Alles in allem gesehen ist es ein gut organisierter Lauf, es gibt viele Helfer an und auf der Strecke und auch die offizielle Stellen wie Polizei oder Rettungsdienst waren trotz kompletter Wochenendschicht immer freundlich und nett. Die Einwohner nehmen das Event an und nehmen auch daran teil. Dazu kommt noch ein großes Veranstaltungsgelände, wo keine Wünsche offen bleiben.Angeboten werden neben den üblichen Strecken wie M, HM und 10 km auch mehrere Kinderläufe, Walking, Inliner-Lauf, Handbike und auch ein Duo-Marathon. Dies alles zu einem mehr als fairen Preis, sowohl für die Anmeldung, als auch für die Verköstigung etc. Gerne komme ich hier wieder zum Laufen her.

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