Leiwand wors

Zwei Wochen nach Dänemark ging es auch schon wieder weiter. Der siebte Halbmarathon in diesem Jahr führte mich in ein Land, welches sprachlich ebenso schwierig zu sehen und verstehen ist wie die Nachbarn im Norden. Es ging nach Österreich.

Österreich

Meine Begleitung diesmal ergab sich sehr spontan und zufällig im Treppenhaus. Umso erfreuter war ich, dass sich Steffi und ihr Mann Ralf – der heißt aber gar nicht so – gemeinsam mit mir im Auto auf die Reise ins wunderschöne Kärnten an den Faaker See machten. Die Fahrt am frühen Samstag morgen gestaltete sich fast so wie immer wenn es in diese Richtung geht – Stau hier, stockender Verkehr da. Aber alles in allem kamen wir gut durch, denn bereits am Anreisetag galt es Termine einzuhalten. Neben meiner Meldung für den Halbmarathon am Sonntag, ging an diesem Tag auch Steffi auf die Panorama-Runde (10,5 km). Ralf hingegen ging am Stock bzw. an den Stöcken und wagte sich an seinen ersten Wettkampf im Nordic-Walking. Und der war nun mal am Samstag.

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Chip-Schnürung will gelernt sein
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Immer gut gelaunt

Kurz vor knapp kamen wir dann also am Start an und Ralf holte sich seine Startnummer ab. Kurz danach ging es auch schon los. Wir positionierten uns im nahe gelegenen Waldstück und machten von der Meute ein paar Bilder. Ein sichtlich enstpannter Nordic-Walker (wer wohl!?) kam uns entgegen und nach dem Motto „Dabei sein ist alles!“ beendete er dann auch seine Runde. Zufrieden kam er in einer Top Zeit im Ziel an. Nach persönlicher Auswertung der Ergebnislisten wollte er dann aber schon gehen. Wir konnten ihn dennoch davon überzeugen bis zur Siegerehrung zu warten – schließlich hatte er Platz 2 geholt und durfte aufs Treppchen. Glückwunsch noch mal an mysterious Ralf 🙂

Zwischendurch holten Steffi und ich dann noch die Unterlagen für unsere Läufe ab. Steffi ging Sonntag auf eine Laufrunde um den See, der HM wurde mit zwei Seeumrundungen gewertet. Schon bei der Abholung der Startunterlagen hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Villacher Region und auch die Karawanken, welche auf dem Hauptkamm die Grenze zwischen Österreich (Bundesland Kärnten) und Slowenien (Gorenjska/Oberkrain) bilden.

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Faaker See und Karawanken

Leider räumten wir bei der Tombola keine Preise ab, also machten wir uns wieder auf den Weg, damit wir den Tag langsam ausklingen lassen konnten. Bevor es aber in die Unterkunft nach Villach ging, machten wir in einem schönen Restaurant mit Blick auf die Berge noch einen kleinen Zwischenstopp. Zufrieden, satt und aufgeregt ging es dann frühzeitig ins Bett.

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Der wunderschöne Faaker See

Am nächsten Tag lachte wieder einmal die Sonne im Kärntner Land und wir machten uns nach dem Frühstück zeitig auf zurück an den Faaker See. Der Start für die beiden Läufe war für 9:00 Uhr gesetzt und wir wollten möglichst nah einen Parkplatz in Start-/Zielnähe bekommen. Dies gelang uns auch, es füllte sich dann relativ schnell alles. Auch ein junger Läufer aus Polen parkte direkt neben uns und da ich ja auch ein paar Wörter polnisch kann, freute er sich umso mehr über mein dzien dobry. Nun wurden von uns die letzten Vorbereitungen getroffen, umgezogen und warmgelaufen. Wobei dies nicht lange dauerte, denn die liebe gute Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite. Es wurde warm.

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Das Team „Sonntagsläufchen“

Wir drei machten noch ein paar Eckdaten aus (Standpunkt zum Bilder machen, Treffpunkt nach dem Lauf etc.), dann trennten sich unsere Wege und jeder ging auf Position. Ralf an die Strecke mit Kamera, Steffi nahm im hinteren Bereich des Startfeldes ihren Platz ein und mich führte es etwas weiter nach vorn. Da sowohl der Panoramalauf, als auch der Halbmarathon gleichzeitig gestartet wurden, gab es ein buntes Bild im Startbereich. Jugend, voll ausgerüstete Läufer, Muttis mit Kopfhörern, Laufelite aus Kenia usw. – da wusste ich schon wie es wird…

Pünktlich um neun Uhr ging es dann los und die Massen stürmten auf die erste Runde. Anfangs ging es noch auf der Landesstraße, nach ca. 2 Kilometern führte dann die Strecke über Radwege und durch Wohngebiete. Es lief so weit gut bei mir und bei den Wendepunkten hatte man einen schönen Blick auf das bunte Läuferfeld, welches vor bzw. hinter einem unterwegs war. Leider sah ich Steffi nicht, es waren einfach zu viel Leute unterwegs.

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Ruhe vor dem Start

Kurz nach Kilometer 4 kam dann die erste Labestation. Normalerweise laufe ich bei dieser erst mal vorbei, aber gaaaaaanz tief in mir drin brüllte jemand, dass ich doch jetzt bitteschön was zu mir nehmen sollte. Letztendlich war ich ihm dankbar, denn von nun an ging es hoooooch, etwas runter, durch den Wald hooooch, ruuuunter und ihr werdet es nicht glauben – hoooooooooch. Jetzt hab ich doch glatt noch ein paar ooo vergessen, aber eigentlich war es ja gar nicht so viel. Zumindest, wenn man nach der nächsten Labestation mit aufgefüllten Reserven wieder Richtung Start runterlaufen konnte und dann einfach rechts in den Zielkanal abbiegen konnte. Da stand dann übrigens auf Ralf, der in Duracell-Hasen -Manier kräftig am strahlen und klatschen war. Er war so in seinem Element, dass auch auf Zuruf keine Reaktion von ihm kam. Wahrscheinlich waren die Batterien vom Vortag doch noch schlapp *grins*

Wie gesagt, die komischen HM-Läuferinnen und Läufer wollten das ganze Spiel ja noch mal machen. Warum auch immer zog ich am Ziel vorbei und bekam trotz der nur knapp über 20 Grad doch irgendwann mal eine unlustige Phase. Es ging kein Wind und die wenigen Läufer auf der Strecke hatten mit sich zu tun. Es fand sich nicht wirklich jemand, mit dem man mal in einem gemütlichen Schnitt laufen hätte können. Lediglich der nette Pole kam mir an einer Wende entgegen und man grüßte sich freundlich. Nun ja, dann ging es schon wieder weiter. Die Kilometer durch das Wohngebiet wurden dann auch irgendwie geschafft und nach der folgenden Labestation war klar was wieder kommen würde. Aber so war es dann nicht. Irgendein präpotenter Österreicher hat doch tatsächlich die Aufstiege in der zweiten Runde noch höher gemacht, dafür die Abstiege weggelassen. Fragt mal meine Beine… Aber Spaß beiseite, irgendwie kam ich nach der Wasseraufnahme nicht mehr richtig in Tritt und versuchte nur noch auf den höchsten Punkt zu kommen. Was ich beim Traben aber auf jeden Fall genossen habe, war das wundervolle Panorama, mit Blick auf den Faaker See mit seinem türkisblaues Wasser. Auch die Zuschauer am Streckenrand legten mit aufmunternden Worten immer mal wieder ein paar Kräfte frei, so dass es sich alles in allem doch gelohnt hat. Die letzten knapp 3 Kilomter hatte ich dann wieder genügend Schwung, so dass ich dann nach etwas mehr als 1:44 ins Ziel kam.

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Höchster Punkt des Laufs

Angekündigt wurde man namentlich vom gleichen Moderator, der auch schon am Samstag die Läufe und Siegerehrung moderierte und ich muss leider sagen, dass ich ab dem Zeitpunkt der Nennung meines Namens bei Einlaufen in den Zielkanal bis überqueren der Ziellinie einen kompletten Tunnelblick hatte. Sollte ich also mit einem der zahlreichen Kinder in der Halle nicht abgeklatscht haben, sorry ihr kleinen Kärntner. Der nette Onkel aus Deutschland hatte mit sich zu tun 😉

Die Zeiten nennen möchte ich natürlich an dieser Stelle auch noch. Steffi belegte beim 10,5-Km-Panoramalauf in einer Zeit von 1:21:28 Platz 60 in der AK W40, Ralf kam beim Gesundheits-Nordic-Walking mit einer Abweichung von 10 Sekunden auf Platz 2. Hier möchte ich aber noch mal betonen, dass der Erstplatzierte eine Abweichung von 7 Sekunden hatte. Mit meiner Zeit von 1:44:07 kam ich auf Gesamt-Platz 74 (von 234) und in der AK M30 auf Platz 19 (von 43). Das haben wir super gemacht!

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Verpflegung in der Ziel-Labestation
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Fertig…

Gleich nach dem Einlauf sah ich dann auch Steffi und Ralf warten. Nach einigen Litern Flüssigkeit ging es dann auch geschafft aber glücklich zurück nach Villach.Die nette Dame in der Unterkunft blockte unser Zimmer, so dass wir wenigstens noch in Ruhe duschen konnten. Danach ging es doch relativ staufrei (Navi sei Dank!) zurück in die Heimat. Dass wir mit unseren Stauumfahrungen zwei mal durch den gleich Ort (Hin- und Rückfahrt) kamen war schon ein großer Zufall. So haben wir aber einiges an Standzeit auf den Autobahnen übergangen. Und ein kleiner Tipp wenn es bei der Einreise nach Deutschland am Knoten A1/A10 mal wieder wegen der Kontrollen zu Verzögerung kommt, fahrt doch einfach Himmelreich an der A1 ab und über Piding über die Käffer. Wahrscheinlich findet die Strecke eh kein Mensch mehr, aber es war landschaftlich sehr schön 🙂

Gegen zehn Uhr abends kamen wir dann wieder zuhause an, es hatte dann aber auch gereicht. Eine schöne Tour war es, vielen Dank an Steffi und Ralf, es war ganz toll. Gerne wieder!

Nun bin ich aber froh, dass erst mal ein paar Tage Pause sind. Regneration muss sein. Empfehlen kann ich einen Ausflug zu unseren südlichen Nachbarn aber definitiv. Essen gut, Landschaft schön und … man spricht deutsch!!!

 

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